Selbstversuch: Sea Kayaking

Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie ich Ende 2013 mit meinen Eltern den Orange River runter schipperte in einem Kayak und meine Eltern mich abzogen und quasi schon ein Kaltgetränk ausgetrunken hatten, bis ich endlich auch ankam, OBWOHL ich den Guide mit im Boot hatte?

Oder als ich durch das Okavango Delta fuhr – in einer NUSSSCHALE. wirklich, so ein ausgehöhlter Baum und die Angst dass jede Sekunde ein Elefant oder Hippo aus dem Busch springen könnte – ich glaube das war der Höhepunkt meiner Kayak oder Paddelkarriere. DACHTE ICH. Bis heute zumindest. Es stehen ja nicht mehr viele Punkte auf meiner Bucket Liste aber Sea Kayaking und Reiten am Strand stehen da nunmal schon ueber 2 Jahre unangetastet drauf. Also nahm ich heute mal allen Mut zusammen und setzte mich mit ein paar Freunden in ein Stück Plastik. Wir hatten ja alle unsere Bedenken. Meine größte Sorge war das eiskalte Wasser und die Panik vor offenem Meer und unbekanntem Wasser. Die Probleme die mein anderer Freund mit dem Wasser hatte, waren aber noch ein bisschen gravierender. Schliesslich begaben wir uns aufs offene Meer und zwar auf die Seite wo auch National Geographic immer seine Dokumentationen über den grossen weissen Hai filmt. Wisst ihr? Die Folge wo der Hai aus dem Meer springt und eine Robbe mit schleudert, der man die Panik in den Augen ansieht?! Genau – die Folge wurde dort, Luftlinie vielleicht 5km entfernt gedreht. Da ich ja aber nun schon das Okavango Delta in einer Nussschale überstanden hatte, machte ich mir darüber eher weniger Sorgen.

Da ich mal wieder als einziges Nicht-Pärchen auftrat, konnte ich mal wieder mit dem Guide im Boot sitzen. Ich muss ehrlich gestehen – ich werde wohlnie als Pärchen bei den Zukunfts Paddel oder Kayak Trips auftreten, aus dem einfachen Grund, weil ich immer den Guide mit im Boot haben werde. Mein Guide heute konnte nicht nur weitaus besser paddeln und navigieren als ich. Nein, ich bekam auch quasi eine halbe Privattour, weil er soviel zu erzählen hatte und nunmal in meinem Boot saß und nicht in dem der anderen Touris. Ich konnte zudem in Ruhe meine Fotos machen, während die anderen gegen Wellen und Wind ankämpfen musste 😀 Nein, das stimmt nicht, mein Guide bedankte sich am Ende sogar bei mir, weil er nicht alleine paddeln musste sondern ich ganz tatkräftig mithalf – und das hat er bestimmt nicht nur so gesagt!!!

Da die Marine gerade den Tag der offenen Tür feierte,fuhren wir also erstmal an vielen Touristen und vielen Marine Soldaten im Hafen von Simonstown vorbei. Das offene Meer begrüßte mit einer steifen Brise und ganz schönem Seegang aber mein toller Guide navigierte und prima durch die Wellen. Zwei der Gäste kamen (natürlich) zu spät, und so starteten die beiden und ich und Guide verspätet in die Tour. Das machte aber gar nichts, weil wir einen kleinen Umweg fuhren und nach kurzer Zeit bereits die ersten Pinguine beim Entspannen auf dem Fels zuschauen konnten. 3 Kelp Wälder weiter erreichten wir dann auch den Rest der Truppe und konnten am Strand 3 unentschlossenen Pinguinen dabei zuschauen wie sie vom Fels ins Meer sprangen und dann doch wieder zurückwatschelten.

Die Pinguine hier bei uns am südlichen Ende von Afrika sind weitaus kleiner als der normale Pinguin, dafür aber auch weitaus niedlicher, als der otto-normal-verwandte der Pinguine. Als dann der eine Pinguin auch noch neben mir ganz zart nieste, hab ich fast angefangen zu Weinen vor Glück. Meine ganze Kindheit sah ich Pinguine nur in einem riesigen Pool im Zoo oder Tierpark umhertollen und nun stand ich mit ihnen im Wasser und schaute ihnen dabei zu wie sie direkt neben mir ungestört und völlig gelassen ihren Dingen nachgingen. Viel stand bei ihnen wohl nicht mehr auf der Liste und so verliessen wir die drei nach einiger Zeit und paddelten weiter zum Touristenstrand, an dem noch viel mehr Pinguine abhingen und mindestens genauso viele Touristen. Nachdem wir alle genug hatten, ging es noch einen kleinen Bogen aufs offene Meer zu, wo wir noch 4 Babyrobben beim Spielen zu sahen, bevor wir uns dann auf den Rückweg machten.

Wir kamen alle wieder unversehrt und glücklich, dafür aber sehr nass, am Hafen an. Keiner fiel ins wasser, kein Hai war in Sicht und überanstrengt hab zumindest ich mich auch nicht 🙂

Ein toller Ausflug wirklich. Wenn ihr die Chance habt, investiert euer Geld in diese Aktivität, ihr werdet es nicht bereuen. Und obwohl wir nicht allzuviele Pinguine im allgemeinen sahen, waren wir trotzdem alle glücklich und zufrieden am Ende, denn das ist die Energie die das Meer einfach überträgt. Salz auf den Lippen, vom Wind zerzauste Haare und Sonnengebräunte Haut – das sind 3 Indikatoren von Glück. Pinguine sind da schon fast nebensächlich. Aber eben nur fast.

Hier ein paar Eindrücke des Tages:

IMG_0365 (Large) IMG_0394 IMG_0396 IMG_0413 (Large)

Advertisements

2 Kommentare zu “Selbstversuch: Sea Kayaking

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s