Change

There is nothing permanent in life, except change.

Es War noch nie so auffällig wie in dieser Stadt – change. Das Leben besteht aus Veränderung und man kann nur vorwärts gehen wenn man altes hinter sich lässt.
Es wird schon dramatisch genug in 2 Wochen, daher schreibe ich darüber bereits heute, das macht es bestimmt einfacher. Hoffe ich.
Dies ist eine Geschichte über Freundschaft.

Ich traf Annika im Jahre 2010 auf einen Café und wir beschlossen an diesem Tag, dass wir das Auslandssemester in Südafrika zusammen überstehen wollen. Das wir als Team da auftreten. Ich kannte sie kaum, aber es War die spontanste und beste Entscheidung die ich je traf. Wir verbrachten die folgenden sechs Monate zusammen. Und zwar 24 Stunden. Jeden Tag. Wir waren ein Top Team und standen Schicksalsschläge auf beiden Seiten erfolgreich durch, hörten jeden Abend drei Fragezeichen und beendeten beide erfolgreich und mit gegenseitiger Hilfe das Studium.
Ich habe nach 8 Jahren Reisen verstanden dass die besten Freundschaften daraus entstehen, dass man zusammen was erlebt hat. Etwas zusammen  durchgemacht hat.  Sei es mit lachenden oder weinenden Augen. Annika stand 6 Monate Südafrika mit mir durch und kannte mich danach besser als jeder andere.
Vieles änderte sich danach. Ich beendete mein Studium, sie begann ihren ersten Job und schrieb ihre bachelor Arbeit bei mir in der Kneipe, in der ich aushalf, zu Ende. Zwei Jahre später nahm ich einen Job hier in Kapstadt an und ca. 3 Monate später stand auch meine Annika wieder mit 2 Koffern vor der Tür. Wir waren wieder ein Team. 2 Jahre ist das nun her und auch hier in Kapstadt hat sich vieles geändert. Ich glaube in dieser Stadt wurden wir beide erwachsen und so sehr wir uns die Freundschaft zu bewahren wussten, so sehr wurde sie auch vom richtigen Leben – dem stinknormalen Arbeitsalltag beeinflusst. Wir sahen uns gegenseitig dabei zu wie wir mit unseren Aufgaben wuchsen und zusammen stiegen wir durch so manches Alltagsproblem,  mit dem man hier in Kapstadt fertig werden muss (und glaubt mir – das sind einige).
Ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit als wir einen Monat lang in unserer neuen Wohnung ohne einen Kühlschrank leben mussten. Oder ihr Auto eigenständig wieder zum Laufen brachten. Oder mit einem Weinglas in der Hand versuchten,  Einbrecher zu verjagen.
Dinge änderten sich nochmals,  als Annika den Mann fürs Leben fand und wir nicht mehr ein Team waren sondern ich mein eigenes Team wurde. Sie War immer noch da – aber nicht mehr in meinem Boot. Nun verlässt sie Kapstadt und paddelt mit ihrem eigenen Boot weiter zum Horizont. Es bricht mal wieder ein neues Kapitel an und irgendwie fängt man doch gerade dann an, wehmütig zu werden.
Veränderung ist ein Teil von Kapstadt. Immer und immer wieder baute ich mir in 2.5 Jahren einen neuen Freundeskreis auf. Es gab immer eine die mit mir im grossen Kapstadt Boot blieb: Annika. Sie war meine emergency Nummer die ich beim Arzt oder bei meinen Wettkämpfen angab. Weil sie immer da war für mich.
Ich muss ehrlich zugeben, nach all den Jahren fällt so eine Seite im Buch des Lebens umschlagen immer schwerer.  Dabei bin es noch nicht mal ich die geht. Aber irgendwie fuehlt es sich diesmal ein bisschen so an, als wenn ein Teil geht und die andere Hälfte hier bleibt. Mal wieder.
Mittlerweile habe ich einen Freundeskreis der relativ stabil ist da ich nach über 2 Jahren auch endlich es mal geschafft habe, mich mit Suedafrikanern anzufreunden. Vielleicht kann sich der ein oder andere noch dran erinnern wie wenig ich mit der Mentalität hier am Anfang zurecht kam. Ich liebe sie alle, meinen stabilen Freundeskreis. Nichtsdestotrotz war die Annika immer ein Stück Heimat, welches ich mir importiert hatte. Jemand, der mich kannte bevor ich hier her zog.

Loslassen ist eine der schwersten Übungen im Leben, glaubt mir. Ihr wisst alle wie schlecht ich mit Abschieden bin.
Annika,  ich möchte dir – zwei Wochen zu früh,  da es eh schon dramatisch genug wird – für die Zeit danken, die wir gemeinsam verbracht haben. Kapstadt wird definitiv anders sein ohne dich.
Aber man muss ja immer weitergehen im Leben. Ich sehe den braunen Kiesel weg richtig vor mir und das grosse Holz Schild an der Gabelung, an der nach rechts ein Pfeil mit meinem,  und nach links ein Pfeil mit deinem Namen zeigt. Ich Stand schon an einigen Gabelungen mit meinem Namen auf der einen und einem anderen Namen auf der anderen Seite.

Schön wars, Herzl. Und nun: schlag deine neue Seite im Leben auf und immer schön dran denken, Kopf hoch und immer weiterlaufen auf deinem Weg ♡

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